Zwei Bauteile, die mir beim Lernen aufgefallen sind. Kosten ein paar Cent, sehen auf Anhieb interessant aus. Mehr Anlass braucht es nicht.

Der UJT-Oszillator

Ein Unijunction-Transistor, ein Widerstand, ein Kondensator. Der Kondensator lädt sich über den Widerstand auf, bis die Emitterspannung die Zündschwelle des UJT erreicht. Ab da bricht die Strecke Emitter-Basis-1 niederohmig zusammen, der Kondensator entlädt sich schlagartig nach Masse, die Spannung fällt unter die Schwelle, und das Spiel beginnt von vorn.

Aus diesem simplen Ablauf fallen drei verschiedene Kurvenformen raus: Sägezahn am Emitter, Nadelimpulse an Basis 1, das Gegenstück an Basis 2. Drei Signale aus einer Handvoll Bauteile, ganz ohne Chip. Das feier ich.

Der DIP-Schalter

Sieht unspektakulär aus: ein Block, acht kleine Hebel. Aber jede Position ist ein eigener mechanischer Schalter. Man findet die Dinger in Alarmanlagen, Funksteuerungen und in alten Computern. Überall da, wo eine Einstellung nicht in einem Menü liegt, sondern in der Hand.

Schemazeichnung eines achtfachen DIP-Schalters, Positionen 1 bis 8, teils auf ON
Achtfach-DIP: jede Position ein eigener Schalter.

Und innen wird's richtig gut. In jeder Position sitzt eine vergoldete Metallkugel, knapp anderthalb Millimeter klein, und eine eigene Feder drückt sie auf die Kontakte. Ein Achtfach-DIP trägt also acht Kugeln und acht Federn in sich. Ein komplettes mechanisches System, kleiner als ein Fingernagel.

Mein Lieblingsbeispiel: die Apple Super Serial Card im Apple IIe. Baudrate, Datenformat, Terminal- oder Modem-Betrieb: alles über zwei DIP-Blöcke direkt auf der Platine gesetzt. Kein Bildschirmmenü, kein Treiber. Man sieht die Konfiguration, indem man auf die Karte guckt.

Heute würde man das alles in Software lösen. Aber ein Schalter, den man umlegen kann, lügt nicht.